Die DDR lebt

Umbenanntes Straßenschild in Bandenburg - hier in Blankensee (2014)

Wer in Ostdeutschland zu einer Landpartie aufbricht, könnte leicht auf die Idee kommen, die SED sei dort noch immer an der Macht: Ernst-Thälmann-Straße, Rosa-Luxemburg-Straße, Straße der Einheit, Straße der Freundschaft – so heißen in fast jedem Dorf die wichtigsten Straßen. Sie haben nicht nur die Friedliche Revolution im Herbst 1989 überdauert, sondern auch die Wiedervereinigung und fast drei Jahrzehnte Demokratie.

Von Hubertus Knabe

Als die Kommunisten nach dem Kriege im Osten Deutschlands an die Macht kamen, betrieben sie kaum etwas so entschlossen, wie ihre Helden auf Straßen und Plätzen zu verewigen. Anschaulich beschreibt der CDU-Politiker Peter Bloch in seinen Erinnerungen, wie noch vor der Gründung der DDR ganze Viertel neue Straßennamen erhielten. Ob Komponisten oder Blumen – sie alle mussten weichen für die Ikonen der SED.

Im Laufe von vier Jahrzehnten wurde die DDR regelrecht zugepflastert mit den Säulenheiligen des Sozialismus. Die Machthaber versuchten auf diese Weise, „die Erinnerung der Elite auf die gesamte Gesellschaft zu übertragen, beide ‚identisch’ zu machen“ – wie die Kulturhistorikerin Johanna Sänger in einer Untersuchung zum offiziellen Gedächtnis der DDR schreibt. Erfolgten die Umbenennungen in den ersten Nachkriegsjahren noch vergleichsweise unsystematisch, sorgte die SED in ihrem sozialistischen Zentralstaat bald durch detaillierte Instruktionen von oben für die flächendeckende Einführung neuer Namen. Allein in Leipzig wurden bis 1953 286 Straßen und Plätze umbenannt.

DDR-Präsident vor Gründerzeitvilla – Wilhelm-Pieck-Straße in Sputendorf (Brandenburg)

Getreu ihrem sowjetischen Vorbild entfaltete die SED-Führung besonders in den ersten Jahren einen penetranten Personenkult um ihre toten und oftmals auch noch lebenden Helden. Dieser betraf nicht nur Straßennamen, sondern schlug sich auch in der inflationären Vergabe von Ehrentiteln für Betriebe und Institutionen nieder, die nun reihenweise nach Karl Marx, Friedrich Engels, Josef Stalin oder Walter Ulbricht benannt wurden. Sogar ganze Ortschaften wurden damals in Stalinstadt, Karl-Marx-Stadt oder Marxwalde umgetauft.

Russischer Genitiv

Nach der Umbenennungsorgie der Frühzeit und dem stetigen Umbau des Stadtbildes in den 1960-er Jahren boten die Plattenbau-Viertel der Honecker-Ära der SED neue Gelegenheit, sich großflächig zu verewigen. Komplette Stadtteile wurden in den 1970-er und 1980-er Jahren nach überwiegend unbekannten Märtyrern benannt, häufig Kommunisten, die in der Nazi-Zeit ums Leben gekommen waren. Da sich die DDR mittlerweile als selbstloser Unterstützer linker anti-kolonialer Bewegungen verstand, kamen nun auch Helden aus der Dritten Welt wie Ho Chi Minh oder Patrice Lumumba hinzu – und stellten die Bewohner zum Teil vor große orthographische Herausforderungen. Durchgehend beliebt war weiterhin der „russische Genitiv“ – wie der Volksmund in der DDR die Praxis nannte, Straßen der Einheit, der Jugend, des Friedens, der Waffenbrüderschaft, der Opfer des Faschismus, der Pariser Kommune oder der Kosmonauten zu kreieren.

Viele der propagandistischen Straßennamen haben bis heute überlebt – obwohl die SED einige der schlimmsten Auswüchse noch selbst beseitigte. Die Berliner Stalinallee wurde 1961 in Karl-Marx-Allee umbenannt. Auch in Rostock, wo die historische Kröpeliner Straße jahrelang Stalins Namen trug, und in weiteren Orten musste der Sowjetführer weichen, weil sein Nachfolger Sergej Chruschtschow mit ihm gebrochen hatte.

Zuckerbäckerbauten und russischer Genitiv – Umbenannte Stalinallee und Straße der Pariser Kommune in Berlin

Unter SED-Chef Erich Honecker traf es dessen Vorgänger Walter Ulbricht, der aus dem Stadtbild verschwinden musste. Aus dem Berliner Walter-Ulbricht-Stadion wurde 1973 das Stadion der Weltjugend. Auch in der nahe gelegenen U-Bahn-Station wurde das Namensschild ausgetauscht – obwohl sie ein sogenannter Geisterbahnhof war, in der niemals jemand aus- oder einsteigen durfte. Allzu viele Walter-Ulbricht-Straßen gab es indes nicht zu eliminieren, denn der Plan, zum 60. Geburtstag des SED-Chefs massenhaft Straßen nach ihm zu benennen, war bereits 1953 auf Befehl Moskaus gestoppt worden.

Ho-Chi-Minh-Straße 15

Nach dem Sturz der SED-Diktatur im Jahr 1989 richtete sich der Unmut der Ostdeutschen auch gegen die Propaganda auf den Straßenschildern – die bei Besuchen oder Briefen tief in das Privatleben hineinreichte. Wer wollte schon gerne Freunde in die Ho-Chi-Minh-Straße 15 einladen oder einen Brief in die Wilhelm-Pieck-Straße 9 bekommen? Vor allem in den großen Städten wurden deshalb Anfang der 1990-er Jahre Namen von Spitzenfunktionären der DDR wie Otto Grotewohl (DDR-Ministerpräsident), Otto Winzer (DDR-Außenminister) oder Albert Norden (Chefpropagandist der SED) beseitigt. Auch Lenin (Führer der russischen Bolschewiki), Dimitroff (Chef der Komintern) und weitere Ikonen der SED mussten vielerorts weichen.

In Schwerin wurden Anfang der 1990er-Jahre rund 30 Straßen umbenannt. Meist erhielten sie ihren alten Namen aus der Vorkriegszeit zurück. Auch in Leipzig schrieb die Stadtverwaltung nach der Friedlichen Revolution 30 Straßen zur Umbenennung aus, darunter den zentralen Karl-Marx-Platz, der jetzt wieder Augustusplatz heißt. In Rostock wurden damals sogar 80 Straßen umgetauft. Besonders entschlossen ging man in den kleineren Gemeinden Sachsens zu Werke. Über 440 Straßen bekamen allein im heutigen Landkreis Zwickau einen neuen Namen.

Anfang und Ende des Kommunismus – Stasi-Akten-Behörde in der KPD-Gründer-Straße

In Ost-Berlin kursierten damals zwar Listen der Liegenschaftsverwaltung mit bis zu 160 Straßennamen, die als „nicht mehr tragbar“ eingestuft wurden, doch umbenannt wurde nur ein Teil davon. Sozialistische Epigonen aus der Frühzeit und Kommunisten, die im Nationalsozialismus ums Leben gekommen waren, blieben unangetastet. Auch der Bersarinplatz, der an den ersten sowjetischen Stadtkommandanten von Berlin erinnert, heißt bis heute so. Im Internet kann man prüfen, welche Straße in Berlin wann wie unbenannt wurde – und welche nicht.

Unter Nikolai Bersarin kam es 1945 in Berlin zu zahlreichen Vergewaltigungen und Erschießungen. Lesen Sie hier einen Bericht über die Nachkriegszeit in Ostdeutschland.

Je weniger revolutionäre Energien, desto mehr Straßenschilder blieben unangetastet – so lautet die Faustformel, wenn man rückwirkend das Reinemachen nach dem Sturz der SED-Diktatur analysiert. Die sozialistische Namenspropaganda hat deswegen vor allem in der ostdeutschen Provinz überlebt. Als Bremsklotz erwies sich, wenig verwunderlich, vor allem die SED alias PDS alias Linkspartei alias Die Linke. Sie agitierte nahezu immer für die Beibehaltung der alten Straßenbezeichnungen.

613 Ernst-Thälmann-Straßen

Eine Untersuchung der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ergab 2004, dass die DDR im Straßenbild Hunderter Ortschaften weiterbesteht – und es gibt wenig Grund zur Annahme, dass sich seitdem viel geändert hat. Allein Karl Marx war 550-mal verewigt, ein kleiner Teil davon auch im Westen Deutschlands. Sein Mitstreiter Friedrich Engels kam mit 243 Straßen oder Plätzen auf knapp halb so viel. Die KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erreichten zusammen 596 Straßen. Absoluter Spitzenreiter war jedoch Ernst Thälmann – an ihn erinnerten ganze 613 Straßen und Plätze.

Vordenker und Parteichef – Karl-Marx-Straße und Ernst-Thälmann-Straße in Kleinmachnow (Brandenburg)

Auch die vermeintlichen Errungenschaften des Sozialismus werden der Untersuchung zufolge in vielen Ortschaften immer noch bejubelt: 337-mal erinnerten Straßen der Jugend an den kommunistischen Jugendkult im Arbeiter- und Bauernstaat. 285-mal verklärten Straßen der Einheit die Zwangsvereinigung von SPD und KPD. 220-mal bewahrten Straßen der Freundschaft den „unverbrüchlichen“ Bruderbund mit der Sowjetunion. Und 90-mal lobte eine Straße der Pioniere die Kinderorganisation der SED. Sogar die Kürzel des DDR-Funktionärssprechs hatten vielerorts überlebt – obwohl sie heute vermutlich nur noch wenige Menschen auflösen können: 48 Straßen der DSF, 44 LPG-Straßen und 36 Straßen der MTS erinnerten an die Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft, die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und die Maschinen-Traktoren-Stationen der DDR.

Warum wurden die Symbole der SED-Diktatur nach 1989 nicht verboten? Eine Nachlese.

Selbst Parteifunktionären, die persönlich an der Errichtung und Aufrechterhaltung der SED-Diktatur mitwirkten, wird in zahlreichen ostdeutschen Orten immer noch gehuldigt: 90 Straßen erinnerten an den DDR-Staatspräsidenten Wilhelm Pieck, 17 an Regierungschef Otto Grotewohl. Auch Mitglieder des Zentralkomitees der SED wie Otto Arndt, Kurt Bürger, Erwin Kramer und Otto Winzer überlebten als Straßenschild. 20 Straßen würdigten statt erschossener Flüchtlinge die kleine Zahl im Dienst getöteter DDR-Grenzsoldaten. Sowjetpropagandist Erich Weinert, der im Moskauer Exil seine eigenen Genossen ans Messer lieferte und 1946 Vizepräsident der Zentralverwaltung für Volksbildung wurde, gehört in Berlin und Potsdam wie selbstverständlich zum Straßenbild.

Sowjetpropagandist und DDR-Kulturminister – Erich-Weinert-Straße und Johannes-R.-Becher-Straße in Potsdam

Während die SED-Diktatur in den Straßennamen fröhlich fortlebt, spielt der Widerstand gegen ihr Regime im öffentlichen Raum fast gar keine Rolle. An den Volksaufstand von 1953 erinnern in Deutschland ganze 16 Straßen, an den DDR-Dissidenten Robert Havemann zehn. Andere Kritiker des SED-Regimes wie Arno Esch, Jürgen Fuchs, Walter Janka oder Walter Linse kommen nur zusammen auf gut ein Dutzend Straßen. Eine Straße der Friedlichen Revolution, dem wichtigsten Ereignis der deutschen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, gibt es nirgendwo in Deutschland.

Wer an diesem Zustand etwas ändern will, muss sich auf einen zähen Kampf einstellen – mit ungewissem Ausgang. So appellierten ehemalige DDR-Bürgerrechtler zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 an rund 650 Kommunen, geeignete Straßen und Plätze nach Protagonisten der Erhebung zu benennen. Nur elf Städte fanden sich dazu bereit. Vergeblich forderte auch die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) mit einer Protestaktion, die Berliner Karl-Marx-Allee in „Straße der Friedlichen Revolution“ umzubenennen. Der Berliner Bezirk Mitte begründete seine Ablehnung mit dem in solchen Fällen gern herangezogenen Argument, dass Straßen nur noch nach Frauen benannt würden – obwohl man gerade plant, mit je einer Straße an Helmut Kohl und Helmut Schmidt zu erinnern. Ebenso lehnte er es ab, die Zimmerstraße nach dem dort verbluteten Flüchtling Peter Fechter zu benennen.

Wenn doch einmal eine Straße nach einem Gegner der SED benannt wird, ist dies oftmals eher peinlich. So taufte der Berliner Bezirk Friedrichshain 2003 einen kaum zu findenden Autowendekreis im Volkspark Max-Fettling-Platz – benannt nach einem Gewerkschafter vom 17. Juni 1953, der für einen einzigen Brief an den DDR-Ministerpräsidenten Grotewohl jahrelang im Gefängnis saß. Obendrein vergaß der Bezirk, wie sonst üblich unter das Schild zu schreiben, um wen es sich bei Fettling handelte.

Noch schlechter traf es den Bürgerrechtler Jürgen Fuchs. Nach ihm wurde 2011 im Berliner Bezirk Zehlendorf ein Platz benannt, der eigentlich gar keiner ist und deshalb auch nicht bei Google Maps angezeigt wird. Seine Mitstreiterin Bärbel Bohley, die Wortführerin der Friedlichen Revolution, hat zwar seit 2016 eine offizielle Straße in Berlin. Doch Verwandte beklagten sich öffentlich, dass sie ihr in keiner Weise gerecht würde, da sie abseits zwischen ein paar eingezäunten Neubauten liege.

Wie kein anderer hat der Schriftsteller Jürgen Fuchs die DDR-Opposition unterstützt. Ist die Stasi für seinen frühen Tod verantwortlich?

Selbst der Versuch, die Namen leitender SED-Funktionäre von deutschen Straßenschildern zu tilgen, ist selten von Erfolg gekrönt. So gibt es in der Brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam bis heute eine Dr.-Kurt-Fischer-Straße, obwohl sich die CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig vehement dafür einsetzte, den früheren Chef der DDR-Volkspolizei nicht weiter zu ehren. Für eine Beseitigung der Dr. K.-Fischer-Straße in Riesa kämpfte auch der ehemalige Bautzen-Häftling Jürgen Gräf vergeblich. Zwar beschloss der Stadtrat 2011 deren Umbenennung, doch knüpfte er dies an die Bedingung, dass die Straße ausgebaut wird. Bis heute hat sie ihren alten Namen.

Nur wenn sich mächtige Interessen für einen Namenswechsel stark machen, wird plötzlich manches möglich. So setzte der damalige Verkehrssenator Herwig Haase (CDU) 2012 eine Unabhängige Kommission aus prominenten Historikern ein, um die Anfang der 1990-er Jahre von der Erneuerung ausgesparten Straßennamen in der Berliner Innenstadt zu beseitigen. Die historische Mitte der Bundeshauptstadt gehöre nicht nur den Berlinern, sondern allen Deutschen, betonte die Kommission in ihrem Abschlussbericht. Tatsächlich hat im Regierungsviertel die Bundesregierung die Oberhoheit über die Straßennamen.

Presseamt an der Clara-Zetkin-Straße?

So konnte es auf Außenstehende durchaus irritierend wirken, wenn zum Beispiel das Bundespresseamt in der Clara-Zetkin-Straße residierte oder das geplante Humboldt-Forum im Stadtschloss später unter der Adresse Marx-Engels-Platz firmieren würde. Gleichwohl blieb der Erfolg der Kommission am Ende bescheiden. Von 17 untersuchten Straßen sollten sieben ganz oder abschnittsweise neue Namen bekommen. Und nicht alle Vorschläge wurden umgesetzt. Eine Schinkelallee, die sich die Historiker für einen Teil der Karl-Liebknecht-Straße wünschten, gibt es bis heute nicht.

Jahrelang musste mit dem Berliner Bezirk Mitte auch um die Benennung des Vorplatzes am Bundesfinanzministerium nach dem Volksaufstand vom 17. Juni gerungen werden. Hier residierte früher das Haus der Ministerien der DDR, vor dem sich die Arbeiter der Stalinallee 1953 versammelt und zum Generalstreik aufgerufen hatten. Der Bezirk Mitte lehnte die Umbenennung des Platzes mit der Begründung ab, es gebe schon eine Straße des 17. Juni in Berlin. Erst als Wolfgang Schäuble sein Gewicht als Bundesfinanzminister in die Waagschale warf und zudem einen abgewandelten Namen präsentierte, stimmte der Bezirk zu. Jetzt heißt die Fläche mit dem misslungen Denkmal für die Aufständischen: Platz des Volksaufstandes von 1953. Die Bushaltestelle wurde freilich immer noch nicht wie versprochen umbenannt.

Kampf um die Erinnerung – Platz des Volksaufstandes von 1953 in Berlin

Ein harter Kampf war auch die Rückbenennung der Karl-Marx-Straße in Schwerin. Schon 1990 hatte der örtliche Treuhandchef gefordert, ihr die alte Bezeichnung „Alexandrinenstraße“ zurückzugeben, weil er Marx‘ Namen als Adresse seiner Einrichtung für untragbar hielt. Da die Stadt aber am Erfinder des Kommunismus festhielt, blieb ihm nichts anderes übrig, als die alte Bezeichnung in Klammern auf den Briefkopf zu schreiben. Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns löste das Problem auf seine Weise und verlegte 1991 kurzerhand seinen Haupteingang, so dass es nicht länger an der Karl-Marx-Straße residieren musste. Erst 2005 sprach sich der Schweriner Stadtrat dafür aus, der Straße wieder ihren alten Namen zu geben, nachdem ein lokaler Geschäftsmann dafür beharrlich Stimmen gesammelt hatte. Die Ausweisdokumente der Anwohner konnten damals sogar kostenlos geändert werden.

Man mag einwenden, dass Deutschland derzeit wichtigere Probleme als seine Straßenschilder hat. Doch der Umgang mit der DDR im öffentlichen Raum ist symptomatisch für das Verhältnis zum untergegangenen SED-Staat. Keiner sieht offenbar ein Problem darin, dass die Opfer des Staatssicherheitsdienstes die Dokumente ihrer Verfolgung ausgerechnet in der Karl-Liebknecht-Straße einsehen müssen. Es sagt eine Menge aus über die politische Kultur der Bundesrepublik, wenn 30 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch massenhaft die Epigonen der kommunistischen Diktatur gewürdigt, die Opfer und der Widerstand hingegen vergessen werden – und sich niemand daran stört.

Aktualisiert am 15. Februar 2019

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