003 Spionage auf Bestellung

Die DDR hat in Westdeutschland nicht nur Politik, Medien oder Geheimdienste mit Spionen infiltriert. Für ihr politisches Überleben war die Wirtschafts- und Technologiespionage fast noch wichtiger. Wie funktionierte der Ideenklau im Westen? Ein Rückblick auf die Methoden, mit denen der Staatssicherheitsdienst westliche Konzerne ausforschte.

Kein anderer Teil des Stasi-Apparates warf so viel messbaren Nutzen ab wie der für Wirtschaftsspionage zuständige Sektor Wissenschaft und Technik. Schätzungen zufolge bescherte er der DDR-Wirtschaft einen jährlichen Gewinn von 150 bis 300 Millionen D-Mark – bei Aufwendungen von nur zwei bis drei Millionen. Rund 500 hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter und 300 Agenten waren damit beschäftigt, modernste Technologien im Westen zu beschaffen.

Der Historiker Dr. Hubertus Knabe beschreibt in dem Podcast der Reihe „Ostkreuz“, wie die Wirtschaftsspionage der DDR funktionierte. Er schildert, wie die volkseigenen Betriebe bei der Stasi regelrechte Bestellungen aufgaben und wie das gelieferte Spionagematerial unauffällig in der Produktion Verwendung fand – ein Thema, das bei der Aufarbeitung der Vergangenheit nur selten eine Rolle spielt, obwohl es im Zeitalter der Globalisierung aktueller denn je ist.

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Auferstanden aus Ruinen

Vor 30 Jahren ertrotzten sich die Ostdeutschen das Recht auf Freizügigkeit. Die Öffnung der Berliner Mauer besiegelte das Ende der über 40jährigen SED-Diktatur. Doch während in Berlin offiziell an den Mauerfall am 9. November 1989 erinnert wird, erleben sozialistische Politikkonzepte in Deutschland eine stille Renaissance. Haben die Deutschen nichts aus ihrer Geschichte gelernt?

Von Hubertus Knabe

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