Am 17. Juni 1953 erhoben sich eine Million Ostdeutsche gegen die Diktatur der SED. Doch die Erinnerung an den Volksaufstand vor 70 Jahren gerät immer mehr in Vergessenheit. Dabei handelte es sich um eine Erhebung, deren fundamentale Kraft bis heute beeindruckt.
Was geschah eigentlich mit den Verantwortlichen für die 40jährige Diktatur in der DDR? Der Berliner Historiker Hubertus Knabe ist dieser Frage nachgegangen. In seinem Podcast kommt er zu einem desillusionierenden Ergebnis.
40 Jahre währte die Diktatur der SED in Ostdeutschland – Zeit genug, um das Leben von Millionen Menschen durch einschneidende politische Maßnahmen zu beschädigen oder zu zerstören. Doch was wurde aus den Mitgliedern des SED-Politbüros und den Generälen des Ministeriums für Staatssicherheit? Was geschah mit den Stasi-Offizieren, die westdeutsche Terroristen versteckt hielten, was mit den Militärs, die befohlen hatten, an der DDR-Grenze auf unbewaffnete Flüchtlinge zu schießen? Deutsche Historiker haben sich bisher kaum für dieses Thema interessiert. Doch die Aufarbeitung von Diktaturen wird vor allem daran gemessen, ob es gelungen ist, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Der langjährige Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat die strafrechtliche Aufarbeitung der SED-Diktatur näher untersucht. Er beschreibt die große Koalition des Schlussstrichs im letzten Jahr der DDR, die folgenreichen Festlegungen des Einigungsvertrages und das Desinteresse an der Strafverfolgung nach der Wiedervereinigung. Anhand zahlreicher Beispiele analysiert er, warum der Großteil des SED-Unrechts ungesühnt blieb.
Ein psychisch gestörter Arzt war jahrelang beim DDR-Staatssicherheitsdienst für die Behandlung schwer kranker Häftlinge zuständig. Mediziner der Berliner Charité bezweifelten seine ärztlichen Fähigkeiten. Geheime Abhörprotokolle zeigen, wie der Intimus von Minister Erich Mielke die Häftlinge im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen drangsalierte.