Der Kanzlerkandidat der SPD will nur dann mit der Linken regieren, wenn sich diese zur NATO bekennt. Doch die Geschichte zeigt, dass solche Junktims noch nie eine Regierungsbildung verhindert haben – zumal Olaf Scholz einst selbst entschiedener Kritiker der NATO war.
Was geschah eigentlich mit den Verantwortlichen für die 40jährige Diktatur in der DDR? Der Berliner Historiker Hubertus Knabe ist dieser Frage nachgegangen. In seinem Podcast kommt er zu einem desillusionierenden Ergebnis.
40 Jahre währte die Diktatur der SED in Ostdeutschland – Zeit genug, um das Leben von Millionen Menschen durch einschneidende politische Maßnahmen zu beschädigen oder zu zerstören. Doch was wurde aus den Mitgliedern des SED-Politbüros und den Generälen des Ministeriums für Staatssicherheit? Was geschah mit den Stasi-Offizieren, die westdeutsche Terroristen versteckt hielten, was mit den Militärs, die befohlen hatten, an der DDR-Grenze auf unbewaffnete Flüchtlinge zu schießen? Deutsche Historiker haben sich bisher kaum für dieses Thema interessiert. Doch die Aufarbeitung von Diktaturen wird vor allem daran gemessen, ob es gelungen ist, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Der langjährige Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat die strafrechtliche Aufarbeitung der SED-Diktatur näher untersucht. Er beschreibt die große Koalition des Schlussstrichs im letzten Jahr der DDR, die folgenreichen Festlegungen des Einigungsvertrages und das Desinteresse an der Strafverfolgung nach der Wiedervereinigung. Anhand zahlreicher Beispiele analysiert er, warum der Großteil des SED-Unrechts ungesühnt blieb.
Eine ehemalige Stasi-Mitarbeiterin führt einen ausufernden Kampf gegen Rechts. Dabei erhält sie maßgebliche Unterstützung aus Politik und Medien. Der Fall Anetta Kahane zeigt, wie einstige Helfershelfer der SED-Diktatur heute in Deutschland wieder mitmischen. An diesem Donnerstag wird die Chefin der Amadeu Antonio Stiftung 65 Jahre alt.