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Ende der DDR war bislang effektivster Beitrag zum deutschen Umweltschutz

Weltmeister im CO2-Ausstoß – DDR-Bergbaugelände bei Cottbus 1984 (Bundesarchiv, Bild 183-1984-0830-009 / Weisflog, Rainer / CC-BY-SA 3.0 )

Die Friedliche Revolution von 1989 hat den Umweltschutz in Deutschland bedeutend vorangetrieben. Klimaaktivisten wie „Fridays for Future“ verkennen diese Tatsache – und halten ausgerechnet die Marktwirtschaft für das ökologische Grundübel. Ein Gastbeitrag in derWelt.

Es gibt nicht viele deutsche Worte, die in die englische Sprache Einzug gehalten haben. Eines davon ist – Angst. Die Deutschen sind international bekannt für ihre Furcht vor der Zukunft, die sich regelmäßig neue Ziele sucht: Angst vor Atomkraftwerken, dem Waldsterben, der Volkszählung, der Vogelgrippe, dem Rinderwahnsinn – und derzeit vor der Erderwärmung. Laut einer repräsentativen Befragung hielten 2018 fast zwei Drittel der Befragten den Klimaschutz für eine sehr wichtige Herausforderung und nur 14 Prozent meinten, die Bundesregierung tue genug dafür. Weiterlesen


Erst die Wahrheit macht frei – Taiwan hat getan, was China noch bevorsteht: sich den Dämonen der vergangenen Diktatur zu stellen

Unterdrückte Erinnerung an 70 Millionen Opfer – Botschaft der Volksrepublik China in Berlin

Rund 70 Millionen Chinesen kamen durch die Exzesse von Maos Herrschaft ums Leben. Bis heute wird die Erinnerung daran in der Volksrepublik China unterdrückt. Auch der Inselstaat Taiwan erlebte unter Tschiang Kai-schek eine blutige Diktatur; ihm ist es gelungen, das dunkle historische Kapital vorbildlich aufzuarbeiten. Ein Reisebericht über ein mögliches China von morgen in der Neuen Züricher Zeitung.

Starr liegt der Mann in seinem Schneewittchensarg, das Haar schütter, die Stirn kahl. Seine Arme sind unter einem roten Tuch verborgen, das von einem gelben Hammer-und-Sichel-Emblem geziert wird. Die Halle, in der der Schrein steht, erinnert mit ihren holzgetäfelten Wänden und den schütteren Grünpflanzen an einen Konferenzsaal des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Hier, im Pekinger Mausoleum des KP-Vorsitzenden Mao, defilieren seit mehr als vierzig Jahren täglich Hunderte Chinesen stumm an dem einbalsamierten Leichnam Mao Zedongs vorbei, um dem Gründer der Volksrepublik China ihre Reverenz zu erweisen. Weiterlesen


«Die volkseigene Erfahrung». Oder warum die DDR in Deutschland plötzlich wieder zum Thema wird

Aufbegehren in der DDR – Montagsdemonstration in Leipzig am 23. Oktober 1989 (Bundesarchiv, Bild 183-1989-1023-022 / Friedrich Gahlbeck / CC-BY-SA 3.0)

Im Landtagswahlkampf im deutschen Osten beruft sich die AfD auf die friedliche Revolution von 1989. Diese steht im Zentrum der Debatte, was aus deren ideellem Erbe geworden ist und wer dieses vertritt. In den Gebieten der einstigen DDR gibt es historische Empfindlichkeiten, die man im Westen nur schwer verstehen will. Ein Gastkommentar in der Neuen Züricher Zeitung.

«Vollende die Wende», so prangt es auf der Startseite der AfD Brandenburg im Internet. Für die Landtagswahl am 1. September ruft die Partei, die gemäss Umfragen derzeit im Osten stärkste politische Kraft ist, zur «friedlichen Revolution mit dem Stimmzettel» auf. Auch Spitzenpolitiker der AfD wie Alexander Gauland vergleichen ihre politische Konkurrenz schon mal mit den DDR-Blockparteien, die Bundesregierung mit dem SED-Politbüro und die AfD mit dem Neuen Forum. Wie kommt es, dass die DDR, dreissig Jahre nach dem Mauerfall, plötzlich wieder zum Thema wird? Weiterlesen


Enteignung und Mietenstopp: Die DDR ist kein Vorbild!

Heruntergekommenes Wohnhaus in Merseburg 1980 (Dietmar Rabich/Wikimedia Commons/“Merseburg — 1980 — 4” / CC BY-SA 4.0)

1959 hatte SED-Chef Walter Ulbricht versprochen, dass „die seit Jahrhunderten bestehende Wohnungsnot“ beseitigt wird. Doch der Plan scheiterte. Wirken Wohnungsenteignung und Mietenstopp doch nicht? Ein Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Deutschlands berühmteste Hausbesetzerin residiert im Bundeskanzleramt. Sie trägt keine schwarzen Kapuzenpullis, sondern farbige Blazer. Denn die Frau, die 1981 mit einer Bohrmaschine die Tür einer leerstehenden Wohnung in Berlin aufbrach, heißt – Angela Merkel. Weiterlesen


Mietendeckel: Die DDR zeigt, wohin Mietpreisbindung führt

Bahnhof in Bad Dürrenberg (Dietmar Rabich/Wikimedia Commons/“Bad Dürrenberg — 1980 — 18″/CC BY-SA 4.0)

Der Historiker Hubertus Knabe erinnert an die Folgen der Mietpreisbindung in der DDR. Die eingefrorenen Mieten wurden zum Problem. Ein Rückblick in der Berliner Morgenpost.

Die Erfinder des Mietendeckels sind nicht die Berliner Koalitionsparteien, sondern – die Nationalsozialisten. Am 20. April 1936, dem 47. Geburtstag Adolf Hitlers, ordnete die Reichsregierung an, die Mieten in Deutschland einzufrieren. Die Volksgenossen sollten davor bewahrt werden, aufgrund des großen Wohnungsmangels immer höhere Mieten zu zahlen. Weiterlesen


Was ist dran an „IM Erika“?

Als Stasi-IM verdächtigt – Bundeskanzlerin Angela Merkel im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen (2009)

Wer im Netz nach „Angela Merkel“ sucht, der stößt bald auf „IM Erika“. Nutzer glauben, dass Merkel unter diesem Decknamen für die Stasi gearbeitet hat. Was ist dran an dieser Behauptung? Ein Gastbeitrag in der FAZ.

Wolfgang Stöter mag Literatur, liebt Tiere und fährt Motorrad. Doch wenn es um Bundeskanzlerin Angela Merkel geht, wird er ungemütlich. „Deine Doedel-Partei“, so schrieb er dem stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Ralf Stegner via Twitter, „ist doch mit Begeisterung IM Erika treu gefolgt, ich hätte bald gesagt, in den Arsch gekrochen.“ Weiterlesen


Bei der Linken gilt: Dreistigkeit gewinnt

Kräftig austeilen, um von eigenen Fehlern abzulenken – Linken-Zentrale in Berlin

Linken-Politiker treten in der Öffentlichkeit gern besonders angriffslustig auf. An das eigene Handeln werden hingegen andere Maßstäbe angelegt. Vier Beispiele für linke Doppelmoral. Ein Kommentar von Hubertus Knabe in der WamS.

In diesen Tagen macht die Linkspartei einmal wieder von ihrer Lieblingsmethode Gebrauch – kräftig auszuteilen, um von eigenen Fehlern und Versäumnissen abzulenken. Dieser schon zu DDR-Zeiten praktizierte Kniff erweist sich offenbar auch heute noch als wirksam. Meister dieser Technik ist immer noch der heimliche Dauervorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi. Weiterlesen


Wie der Sozialismus doch noch siegen will

Gysi does it – Sozialismus als Parteigramm der Linken

Die Ablehnung der Marktwirtschaft durchzieht das Programm der Linken wie ein roter Faden. In Berlin kann man studieren, wohin dies führt, meint Gastautor Hubertus Knabe im Bremer Weser-Kurier.

Der Sozialismus siecht“, lautete einst ein Bonmot in der DDR – doch unterzukriegen ist er offenbar nicht. Als 1989 die Diktatur der SED gestürzt wurde, hätte jedenfalls kaum jemand gedacht, dass die Partei 30 Jahre später in vielen Parlamenten und drei Landesregierungen sitzen würde. Durch viermalige Umbenennung gelang es ihren Funktionären, sie in das vereinigte Deutschland zu retten. Viele der alten Genossen machen noch immer Politik. Weiterlesen


Die russische «Hölleninsel» Solowki erwacht zu neuem Leben

Einst Muster für den Gulag - das Solowezki-Kloster in Russland
Einst Muster für den Gulag – das Solowezki-Kloster in Russland

Im hohen Norden Russlands arbeiteten sich unter Stalin Zehntausende von Gefangenen zu Tode. Vom einstigen Straflager Solowki ist heute kaum noch etwas zu erkennen, aber das jahrhundertealte Männerkloster versucht die düstere Geschichte zu überwinden. Eine Reise zum Ursprung des Archipel Gulag in der NZZ.

Von Hubertus Knabe

Kalt ist es hier, selbst im August. Die Frauen, die am Hafen die Schiffe erwarten, um ihre selbstgestrickten Mützen und Pullover zu verkaufen, sind dick eingepackt. Viele Menschen steigen nicht aus, denn die Anreise zu den russischen Solowjezki-Inseln im Weißen Meer ist lang. Bis zum Polarkreis sind es noch rund 160 Kilometer. Weiterlesen


Berlin: Für eine ideologiefreie Kulturpolitik

Ideologisierte Kulturpolitik? Berlins Regierungschef Michael Müller (li.) und sein Vize Klaus Lederer

Drei Wochen vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2016 veröffentliche der Tagesspiegel einen Artikel des damaligen Parteivorsitzenden der Linken, Klaus Lederer. Er rühmte darin die Arbeit des früheren Kultursenators und Linken-Abgeordneten Thomas Flierl – zu Unrecht, meint Hubertus Knabe in einer Erwiderung.

Von Hubertus Knabe

In dieser Zeitung erschien kürzlich ein Beitrag des Linken-Vorsitzenden Klaus Lederer, in dem er die Forderung erhob: „Berlin braucht ein eigenständiges Kulturressort“. Nach einem Seitenhieb auf die „kulturelle Nebentätigkeit“ des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller rühmte er den langjährigen Linken-Abgeordneten und Ex-SED-Funktionär Thomas Flierl als „letzten Kultursenator mit Gestaltungsanspruch“. Lederers Beitrag las sich wie eine Initiativbewerbung auf ein noch gar nicht ausgeschriebenes Amt. Weiterlesen


Linksextremismus: Anleitung zum Brandsatzbauen

Umstrittener Laden für "Revolutionsbedarf" in Berlin
„Revolutionsbedarf“ – umstrittener Laden für Linksextremisten in Berlin-Kreuzberg

Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten in Deutschland ist erschreckend hoch. In der öffentlichen Wahrnehmung dominiert dabei die Gewalt von Rechtsextremisten. Linksextremistische Straftaten werden dagegen oft nur am Rande thematisiert. Es wird Zeit, etwas gegen die linksextreme Gewalt zu tun – fordert Hubertus Knabe in der Huffington Post.

Von Hubertus Knabe

Die Anleitung ist selbst für Laien gut verständlich: Unter „linksunten.indymedia.org“ wird im Internet genau beschrieben, wie man einen Brandsatz baut und zeitverzögert zündet – vom Einkauf der Materialien über den spurenfreien Bau bis hin zum richtigen Anzünden. „Viel Erfolg und lasst euch nicht erwischen“, endet der Aufruf im Netz. Weiterlesen

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Deutsche Einheit: (K)ein Grund zum Feiern

Nachträglich wieder ausgebürgert – DDR-Opfer demonstrieren gegen ihre Schlechterstellung bei der Rente

Seit 1990 sind Ost- und Westdeutschland wiedervereinigt. Das Lebensniveau in beiden Teilen Deutschlands hat sich weitgehend angeglichen. Während die meisten ehemaligen DDR-Bürger von der Deutschen Einheit wirtschaftlich enorm profitiert haben, sind viele Opfer der SED von der politischen Entwicklung enttäuscht. Ein Kommentar im Handelsblatt.

Von Hubertus Knabe

Ein Vierteljahrhundert ist es jetzt her, dass die DDR der Bundesrepublik beitrat, fast so lang wie Weimarer Republik und Nationalsozialismus zusammengerechnet existierten. In den 25 Jahren wurden die Wunden, die die kommunistische Diktatur im Osten Deutschlands geschlagen hatte, weitgehend beseitigt. Nur eine Gruppe sieht auf das in den letzten 25 Jahren Erreichte eher enttäuscht zurück – die, die in der DDR politisch verfolgt wurden. Weiterlesen


Thüringen: Auferstanden aus Ruinen

Von Gregor Gysi bis Petra Pau – eine ganze Reihe ehemaliger SED-Funktionäre sind Mitglieder des Deutschen Bundestages und ostdeutscher Landesparlamente. Auch frühere Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR sind heute Abgeordnete. Allesamt wurden sie von der Partei Die Linke ins Parlament geschickt. Denn die ist bis heute ein Biotop für Spitzel und alte Kader. Eine Situationsbeschreibung in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Am 5. Dezember soll in Thüringen mit Bodo Ramelow erstmals ein Politiker der Linken zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Repräsentanten der SPD und der Grünen sind darum bemüht, die Wahl Bodo Ramelows als Akt politischer Normalität erscheinen zu lassen. Doch ein Blick auf den Umgang der Partei mit ihrer Geschichte zeigt, dass die Vergangenheit noch nicht vergangen ist…

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Tunesien: Was ist wenn die Folterer zurückkehren?

Kein Zugang zu den Akten der Geheimpolizei – Lesesaal des tunesischen Nationalarchivs

In Tunesien will die Vergangenheit nicht vergehen. Auf einer Konferenz in Tunis berichten Opfer des alten Regimes, wie sie in Gefängnissen gequält und verstümmelt wurden. Ihre Peiniger laufen noch immer frei herum. Ein Zustandsbericht in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Wie ein hohler Zahn ragt das leere Gebäude an der Avenue Mohamed V in den blauen Himmel von Tunis. Das „Weiße Haus“, wie man das Hochhaus aus Glas und hellem Stein hier nennt, war der pompöse Sitz der Diktaturpartei Tunesiens – der „Verfassungsmäßigen Demokratischen Sammlung (RCD)“, wie sie sich selbst bezeichnete. Weiterlesen


Linkspartei: Honeckers Millionen für ein Trojanisches Pferd

Mit den Stimmen der Linkspartei will sich Andrea Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin wählen lassen. Deren Fraktionsvorsitzender Willi van Ooyen schweigt beharrlich zu seiner früheren Arbeit für einen Vorposten der SED in der Bundesrepublik. Eine Gedächtnishilfe in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Wenn die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti sich demnächst zur Ministerpräsidentin wählen lassen will, dann braucht sie dazu einen Abgeordneten, der sehr viel längere politische Erfahrung hat als sie selbst. Als sie 1976 in Rüsselsheim das Abitur ablegte, war der heutige Fraktionschef der Linken Willi van Ooyen bereits beruflich in der Politik aktiv. Weiterlesen


ARD: Mielkes langer Schatten

Die Stasi führte in den westdeutschen Medien mehr Agenten, als bisher bekannt ist. Jetzt zeigt sich die ARD mit einer neuen Studie als Vorreiterin der Aufklärung. Ihre eigenen Mitarbeiter überprüft sie nicht. Eine Analyse in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Für nichts interessieren sich die Medien so sehr wie für sich selbst. Wenn die ARD am Montag in Berlin zu einer Pressekonferenz lädt, um eine neue Studie über Stasi-Aktivitäten in den Rundfunkanstalten vorzustellen, dürfte der Saal voll sein. Wer weiß, denkt sich mancher, wer wohl alles bei Stasi-Chef Erich Mielke unter Vertrag stand. Weiterlesen


Aufarbeitung: Der lange Schatten der Staatssicherheit

Ehemalige Häftlinge aus Russland beim Stasi-Unterlagen-Beauftragten Roland Jahn
Im Stasi-Unterlagen-Archiv – ehemalige russische Häftlinge mit dem Bundesbeauftragten Roland Jahn (re.)

Die frühe Verabschiedung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes hat Deutschland in den 1990-er Jahren den Ruf eingetragen, den Kommunismus besonders vorbildlich aufzuarbeiten. Mittlerweile haben viele ehemals sozialistische Länder Regelungen gefunden, die den deutschen in nichts nachstehen – und in vielem sogar besser sind. Eine vergleichende Analyse in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Knapp  zwanzig Jahre ist es her, dass der Deutsche Bundestag das Gesetz über die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik verabschiedet hat, Ende September soll es zum achten Mal novelliert werden. Wieder einmal wird darüber diskutiert, mit welchen Instrumenten man die SED-Diktatur am besten aufarbeiten kann…

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Studentenbewegung: Die Stasi war immer dabei

Führende Aktivisten der Studentenbewegung unterhielten geheime Beziehungen zu den Machthabern in der DDR. Das Zusammenspiel mit den Diktatoren hinter der Mauer passt freilich nicht ins Selbstbild vieler Ex-68er – und wird deshalb bis heute verdrängt. Eine Rückschau im Focus Magazin.

Von Hubertus Knabe

Der Bürgerschreck wurde wie ein Staatsgast behandelt: Am 14. November 1967 hielt vor der Westberliner Wohnung Rudi Dutschkes eine dunkle Limousine. Ein Fahrer klingelte an seiner Tür, geleitete den Studentenführer zum Wagen und passierte ohne Kontrolle die innerdeutsche Grenze. Der damalige Chef der Westberliner SED, Gerhard Danelius, eskortierte Dutschke persönlich in die DDR. Weiterlesen


Fußball: Schwarz, rot, gut

Die Medien quälen das Land mit immer neuen Untergangsszenarien: vom Atomkrieg, wie er Anfang der 80er Jahre prognostiziert wurde, über den baldigen Tod der Bäume durch das Waldsterben bis zur weltweiten Klimakatastrophe und zur unvermeidlichen Vergreisung der Deutschen. Warum werden die Erfolge, die Deutschland zweifellos vorzuweisen hat, so selten gefeiert? Ein Kommentar im Tagesspiegel – hier unter dem ursprünglichen Titel.

Von Hubertus Knabe

Das soll meine Tochter sein? Seit Tagen läuft sie mit einem schwarz-rot-goldenen T-Shirt herum, nimmt auf dem Schulweg eine Deutschlandfahne in die Hand und verdeckt ihre blonden Haare mit einer national gefärbten Irokesenperücke. Was ist los mit diesem Land? Weiterlesen


Kriegsende: Mitleid mit den Opfern

Die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga erinnerte 2005 daran erinnert, dass Stalin kein Befreier war – auch wenn er den Nationalsozialismus besiegen half. Die Deutschen hingegen müssen erst noch lernen, dass, wer von den Verbrechen Hitlers spricht, über die Untaten Stalins nicht schweigen kann. Ein Kommentar im Berliner Tagesspiegel.

Von Hubertus Knabe

War Stalin ein Befreier? Nicht nur in Berlin, sondern europaweit hat diese Frage zu heftigen Debatten geführt. Während der russische Präsident Wladimir Putin den 60. Jahrestag des Kriegsendes mit einer Militärparade im Sowjetstil feiern ließ, machten die baltischen Staaten deutlich, dass der 8. Mai 1945 für sie nur den Beginn einer neuen Unfreiheit markierte. Weiterlesen


Expertenkommission: Das Aufarbeitungskombinat

DDR-Jugendliche in FDJ-Blusen marschieren begeistert für den Sozialismus - Wandfries am Bundesfinanzministerium
DDR-Alltag oder Gefängniserfahrungen – Sozialistischer Wandfries am Bundesfinanzministerium in Berlin

Eine Expertenkommission sollte für Ex-Kulturstaatsministerin Christina Weiß (SPD) einen Plan zur Neuordnung der DDR-Aufarbeitung erarbeiten. Heraus kam der Versuch, die Erinnerung an die SED-Diktatur in einem Geschichtsverbund unter staatliche Kontrolle zu nehmen. Hubertus Knabe in der Zeitung Die Welt über merkwürdige Vorschläge zur Neuorganisation des DDR-Gedenkens.

Von Hubertus Knabe

Am Anfang stand eine Indiskretion: Als die frühere Kulturstaatsministerin Christina Weiss im Herbst 2004 Überlegungen in Auftrag gab, die Erinnerungsstätten zur DDR-Geschichte neu zu ordnen, fanden sich diese plötzlich in der Presse wieder. Weiterlesen


Meinungsfreiheit: Vom Recht auf Unrecht

Als Mittel gegen Terroristen sind auch Folter oder die Androhung von Folter für legitim – erklärte der Historiker Michael Wolffsohn in der Fernsehsendung „Maischberger“. Führende Politiker forderten daraufhin personelle Konsequenzen für den Professor an der Bundeswehrhochschule. Doch was nutzt der schönste Rechtsstaat, wenn man im Fernsehen nicht mehr einen unrichtigen Gedanken äußern darf? Ein Plädoyer im Berliner Tagesspiegel gegen die Folter – und für die Meinungsfreiheit.

Von Hubertus Knabe

Wo, wenn nicht hier, kann man erfahren, wie es ist, wenn Gefangene gefoltert werden: Im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen sind die fensterlosen Kellerzellen noch erhalten, in denen der sowjetische Geheimdienst seine Häftlinge einst lebendig begrub. Frühere Insassen berichten den Besuchern, wie sie stundenlang stehen mussten, bis sie zusammenbrachen. Das Schlimmste war der Schlafentzug, der dazu führte, dass man irgendwann alles unterschrieb – nur um endlich schlafen zu dürfen. Weiterlesen


Straßennamen: Wie die DDR in der Provinz weiterlebt

In Ostdeutschland haben Tausende kommunistische Straßennamen die Wiedervereinigung überdauert. An den Widerstand wird kaum erinnert – ein Skandal, findet Hubertus Knabe, der langjährige Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, auf Spiegelonline.

Von Hubertus Knabe

Berlin – Wer in Ostdeutschland zu einer Landpartie aufbricht, könnte leicht auf die Idee kommen, die SED sei dort immer noch an der Macht: Ernst-Thälmann-Straße, Rosa-Luxemburg-Straße, Straße der Einheit, Straße der Freundschaft – so heißen fast in jedem Dorf die wichtigsten Straßen. Sie haben nicht nur die friedliche Revolution im Herbst 1989 überdauert, sondern auch Wiedervereinigung und 16 Jahre Demokratie. Weiterlesen


Volksaufstand: Die Intellektuellen und der 17. Juni

Ergebenheitsadresse an Ulbricht - Brecht-Denkmal vor dem Berliner Ensemble
Ergebenheitsadresse an Ulbricht – Brecht-Denkmal vor dem Berliner Ensemble

Bertolt Brecht versicherte der SED im „Neuen Deutschland“ seine Verbundenheit. Paul Dessau dankte der Roten Armee, dass sie durch ihr Durchgreifen dem deutschen Volk die Freiheit gesichert hätte. Fritz Cremer begrüßte es, dass die Sowjets mit unerbittlicher Strenge gegen die faschistischen Rowdys Todesurteile fälle. Die Intellektuellen in der DDR spielten eine Schlüsselrolle beim Versuch, den Volksaufstand in der DDR zu einem „faschistischen Putschversuch“ umzudeuten. Eine Erinnerung in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Die Idee wurde im Politbüro geboren: Nachdem am 16. Juni 1953 Tausende Ost-Berliner zum Sitz der DDR-Regierung gezogen waren und die Rücknahme der Normenerhöhung verlangt hatten, behauptete das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ am Tag darauf, „faschistische Provokateure“ aus dem Westteil der Stadt hätten sie zu den Protesten angestiftet. Weiterlesen


Stasi: Mielkes Mission

Karabiner und Panzerspähwagen für die Volkspolizei, Kampfgruppen in die Betriebe und FDJ’ler zur Stasi: Wie die Sicherheitskräfte der DDR nach dem 17. Juni 1953 aufgerüstet wurden. Ein Beitrag im Berliner Tagesspiegel.

Von Hubertus Knabe

Für Stunden hatte die SED die Macht bereits verloren: Durch die Straßen der Berliner Innenstadt zogen hunderttausend Menschen und forderten den Rücktritt der Regierung, das Politbüro musste in das sowjetische Hauptquartier nach Karlshorst evakuiert werden. Als Walter Ulbricht am Mittag des 17. Juni im Zentralkomitee anrief, erfuhr er, dass die Demonstranten gerade dabei seien, die Parteizentrale zu erstürmen. Der Generalsekretär wurde bleich und brachte nur noch eins hervor: „Aus“. Weiterlesen


Geschichte: Das letzte Jahr des Heinrich George

Abgeschabt – die Lagerjacke von Heinrich George in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Heinrich George war einer der populärsten Schauspieler der 1920-er und 1930-er Jahre. 1945 verhaftete die sowjetische Geheimpolizei den Vater von Götz George als angeblichen NSDAP-Aktivisten. Seine letzten Monate verbrachte er in den Sowjetlagern Hohenschönhausen und Sachsenhausen. Eine Erinnerung in der FAZ.

Von Hubertus Knabe

Kalt und dunkel ist es, als der siebenjährige Götz George nach langer, umständlicher Fahrt durch das zerbombte Berlin endlich vor dem Tor des sowjetischen Haftlagers in Berlin-Hohenschönhausen steht. Hier, hinter den unüberwindlichen Absperrungen aus Stacheldraht und hölzernen Wachtürmen, wird sein Vater, der Schauspieler und Intendant Heinrich George, seit einem halben Jahr festgehalten. Es ist der 6. Dezember 1945, sieben Monate nach dem Untergang des glorreichen Dritten Reiches…

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68er-Bewegung: Wie Ost-Berlin gegen den Springer Verlag mobil machte

Held und Anti-Held: Rudi-Dutschke-Straße am Axel Springer Verlag in Berlin-Kreuzberg
Held und Anti-Held – Rudi-Dutschke-Straße am Axel Springer Verlag

Dokumente der DDR-Staatssicherheit zeigen die Arbeitsweise einer Allianz aus Stasi, Studentenbewegung und Teilen der Medien. Hubertus Knabe in der Zeitung Die Welt über die Rolle der Stasi in der Anti-Springer-Kampagne.

Von Hubertus Knabe

Es waren Szenen, die die Republik erschütterten: Vor 33 Jahren, zu Ostern 1968, belagerten aufgebrachte Studenten die Zentrale des Springer Verlags in der West-Berliner Kochstraße. Sie stürzten Lastwagen um, warfen Molotowcocktails und stürmten schließlich das Foyer des Hauses. Weiterlesen


Stasi? Immer dabei

Verhaftet und wieder freigelassen – Grünen-Gründerin Petra Kelly 1983 (Bundesarchiv, B 145 Bild-F065187-0022 / Reineke, Engelbert / CC-BY-SA 3.0)

Die DDR-Staatssicherheit wird gemeinhin als ostdeutsches Problem betrachtet. Aber die Stasi operierte ebenso in Westdeutschland – sogar bei den Grünen. In dem Buch „Die unterwanderte Republik“ wird die Politik DDR-ergebener Kräfte in der Ökopartei enthüllt. Notizen in der taz zu einer wichtigen Vergangenheitsbewältigung.

Von Hubertus Knabe

Am 12. Mai 1983 reiste die grüne Bundestagsabgeordnete Petra Kelly nach Ostberlin, um dort ein Plakat zu entrollen. Stasi-Mitarbeiter beendeten die Aktion nach wenigen Minuten. Kelly und ihre vier Mitstreiter wurden festgenommen – und wenig später höflich-entschuldigend wieder freigelassen. Die Stasi hatte realisiert, dass sie die prominenteste Gegnerin der Nato-Nachrüstung in Gewahrsam genommen hatte. Weiterlesen