Ab 2020

An dieser Stelle finden Sie ausgewählte Artikel von Dr. Hubertus Knabe ab Januar 2020. Die Texte sind rücklaufend chronologisch angeordnet. Sofern sie online zugänglich sind, klicken Sie bitte auf den jeweiligen Link. Sie werden dann automatisch weitergeleitet. Andernfalls klicken Sie bitte auf den Link zum Download.


Linkspartei eifert den Grünen nach – und verschwindet in der Versenkung

Unzeitgemäßes Programm und profillose Führung – Eingerüstete Parteizentrale der Linken in Berlin 2019

Nach monatelanger Verzögerung will die Linke am Wochenende zwei neue Vorsitzende wählen. Doch es spricht wenig dafür, dass dieser Führungswechsel der Partei wieder politisches Profil bescheren wird – zumal die beiden neuen Chefinnen schnell aneinandergeraten könnten. Eine Analyse der Führungskrise der Linkspartei für die Tageszeitung Die Welt.

26.02.2021. Es ist still geworden um die Partei Die Linke – sieht man von den Schlagzeilen ab, die der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow jüngst machte, als er einräumte, dass er während der Corona-Verhandlungen auf seinem Handy „Candy Crush“ spielte. Die Stille, die die Linke umgibt, ist umso bemerkenswerter, als die von vielen Journalisten erhoffte rot-rot-grüne Koalition im Bund ohne sie nicht möglich ist. Woran liegt das Desinteresse an der Partei – und was bedeutet es für die Bundestagswahlen im September? Weiterlesen


Kleiner starker Mann

Zehn Jahre in kommunistischen Haftanstalten – Stele des verstorbenen Widerstandskämpfers Horst Jänichen

Der letzte Überlebende des sowjetischen Lagers in Hohenschönhausen wird am Mittwoch beigesetzt. Ein Nachruf auf Horst Jänichen in der Berliner Morgenpost.

01.02.2021. Er war fast noch ein Kind, als er verhaftet wurde. Am letzten Tag der Osterferien klingelten gegen sechs Uhr morgens zwei Männer an der Wohnungstür des 15jährigen Horst Jänichen in Berlin-Lichtenberg. Sie befahlen dem schmächtigen Jungen, eine Decke und ein Kopfkissen einzupacken, und brachten ihn in einen Keller, den die sowjetische Geheimpolizei in ein Gefängnis umfunktioniert hatte. Es war der 23. April 1946 – ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Weiterlesen


Die Sichtagitation kehrt zurück

Visuelle Agitation wie einst in der DDR – Plakate des Berliner Senats zur Corona-Pandemie im Dezember 2020

Im Zuge der Corona-Pandemie dienen Werbeflächen immer häufiger der Verbreitung politischer Botschaften im öffentlichen Raum. Manche Kampagne erinnert an die einstigen Kampagnen in der DDR. Eine Bestandsaufnahme in der Neuen Zürcher Zeitung.

21.12.2020. Wer in den vergangenen Wochen mit offenen Augen durch Berlin lief, der konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das politische Plakat in Deutschland eine Renaissance erlebt. Da, wo normalerweise für Flatrates, Dessous oder Bier geworben wird, schlagen einem immer häufiger politische Losungen entgegen. Weiterlesen


Dem Westen prächtige Tannen, dem Osten verkümmerte Fichten

Mangelware in der DDR – Traditionelle Nussknacker in einem Ost-Berliner Kaufhaus in der Vorweihnachtszeit 2020

Geschlossene Restaurants, Schlangen beim Einkauf, basteln statt shoppen – Weihnachten 2020 erinnert in mancher Hinsicht an den kargen Alltag in der DDR. Dabei waren die Festtage im Sozialismus mit ungleich größeren Herausforderungen verbunden. Eine Erinnerung in der Tageszeitung Die Welt.

16.12.2020. Dieses Weihnachten wird anders, als die Deutschen es bislang gewohnt waren. Restaurants und Cafés sind seit Wochen geschlossen, Einlasssperren vor den Geschäften sorgen für lange Schlangen, und viele bleiben lieber zu Hause, als in festlich geschmückten Einkaufszentren nach Geschenken zu suchen. Bereits im Oktober und November lag die Zahl der Kunden im Einzelhandel um rund ein Viertel niedriger als im Vorjahr. Weiterlesen


Was Täter und Opfer bis heute trennt

Alleingelassene Opfer – Gebinde von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Gedenkstätte Hohenschönhausen 2017

30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Gerechtigkeit, auf die viele Opfer hofften, ausgeblieben. Ein Gastbeitrag zum Tag der Deutschen Einheit in der Berliner Morgenpost.

 03.10.2020. Viel ist in den letzten Wochen und Monaten über die Unterschiede zwischen Ost und West geschrieben worden. Manche Journalisten und Politiker werden nicht müde, die wirtschaftlichen und sozialen Besonderheiten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR als große politische Ungerechtigkeit zu deuten. Die „strukturelle Benachteiligung Ostdeutschlands“, so erklärte zum Beispiel der Ostbeauftragte der Linksfraktion im Bundestag, Matthias Höhn, stelle „den Osten langfristig auf Zweitklassigkeit“. Weiterlesen


Irritierend, wie selbstgewiss die Grünen sich verschätzten

Entschiedene Gegner der Wiedervereinigung – Grünen-Wahlplakat im Bundestagswahlkampf 1990

Als Deutschland vor 30 Jahren wiedervereinigt wurde, schätzte keine andere Partei die Lage so falsch ein wie die Grünen. Ein Rückblick auf die Deutschlandpolitik der Umweltpartei für die Tageszeitung Die Welt.

29.09.2020. Der 20. September 1990 war ein besonderer Tag. Fast zeitgleich stimmten der Deutsche Bundestag und die freigewählte ostdeutsche Volkskammer über den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik ab. Nach 45 Jahren Teilung beschloss eine überwältigende Mehrheit der Abgeordneten die Wiedervereinigung Deutschlands. Nur die Fraktion der Grünen – neben einer Handvoll Unionsabgeordneter – stimmte im Bundestag fast geschlossen gegen den Einigungsvertrag. Weiterlesen


Die Zwangsehe der Linken

Ungleiches Paar – Linken-Chefs Janine Wissler (l.) und Susanne Hennig-Wellsow nach ihrer Wahl im Februar 2021

Eine Frau ohne Manieren und eine Trotzkistin sollen neue Vorsitzende der Linkspartei werden. Politische Konflikte sind vorprogrammiert. Wer sind die Kandidatinnen für den Parteivorsitz der Linken? Eine Analyse für die Wochenzeitung Die Tagespost.

28.09.2020. Eines muss man der scheidenden Linken-Vorsitzenden Katja Kipping lassen: Sie klebt nicht an ihrem Amt wie so viele andere Politiker. Ende August teilte die 42-jährige mit, dass sie nicht noch einmal für den Parteivorsitz kandidieren wolle. Sie trägt damit allerdings nur der Parteisatzung Rechnung, der zufolge kein Amt „länger als acht Jahre durch dasselbe Parteimitglied ausgeübt werden“ soll. Weiterlesen


Die schmutzige Vergangenheit der Linken

Rechtsidentisch mit der SED – Linken-Politiker Petra Pau (l.) und Gregor Gysi beim Empfang zu dessen 65. Geburtstag (Fraktion DIE LINKE im Bundestag, CC BY 2.0)

Mit Geschick hat es die Partei Die Linke vermocht, sich als linke Kraft in Deutschland zu etablieren. Doch ihre Wurzeln liegen in der DDR – das merkt man bis heute. Eine Analyse in der Wochenzeitung Die Tagespost.

05.09.2020. Die Erklärung war eindeutig. Am 28. April 2009 versicherte Dr. Karl Holluba vor dem Berliner Landgericht an Eides statt: „Ich bin Bundesschatzmeister der Partei ,DIE LINKE‘. Daher weiß ich: ,DIE LINKE‘ ist rechtsidentisch mit der ,Die Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“ Weiterlesen


Warnsignale der SPD

Liebäugeln mit den Linken – FridaysForFuture-Demonstration vor der SPD-Zentrale im September 2019

Die Führungsspitze der SPD will eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene nicht länger ausschließen. Die Folgen für Deutschland wären gravierend. Ein Gastkommentar für BILD.

09.08.2020. Fast könnte man Mitleid haben mit der SPD – ginge es nicht um Deutschland und befänden wir uns nicht in einer äußerst schwierigen Zeit. Aus Verzweiflung über das Dauertief in den Umfragen hat deren Parteichef – wie hieß er gleich noch mal? – eine Koalition mit der Linkspartei ins Spiel gebracht. Der SPD-Vorsitzende erinnert damit an einen, der aus Angst vor dem Tod lieber Selbstmord macht. Weiterlesen


Die D-Mark machte die SED zur reichsten Partei Deutschlands

Originalbeschriftung; ADN-ZB Weisflog 20.11.90-fd- Cottbus: Wahlkampf Die Klebekolonnen, die allerorten durch die Lande ziehen, um die "Wahlkämfer" ins rechte Licht zu rücken, haben offensichtlich nicht nur viel zu tun, sondern auch ein gerüttelt Maß Humor.
Milliarden DDR-Mark in D-Mark umgetauscht – Wahlplakat der PDS zur Bundestagswahl 1990 in Cottbus (Bundesarchiv, Bild 183-1990-1120-308 / Weisflog, Rainer / CC-BY-SA 3.0)

In diesen Tagen jährt sich ein Ereignis zum dreißigsten Mal, das viele Ostdeutsche fast so genau in Erinnerung haben wie den Mauerfall. Am 1. Juli 1990, einem Sonntag, wurde in der DDR die D-Mark eingeführt. Eine Analyse für die Tageszeitung Die Welt über die Währungsunion und ihre heimlichen Profiteure.

23.06.2020. Der 30. Juni 1990 war ein warmer Sommertag – doch um Mitternacht knallten am Berliner Alexanderplatz die Sektkorken, als wäre es Sylvester. Hunderte DDR-Bürger warteten in dieser Nacht vor der provisorischen Filiale der Deutschen Bank, um zum ersten Mal im Leben von ihrem Konto D-Mark abzuheben. Manche hatten sich bereits am Nachmittag vor der Bank postiert. Weiterlesen


Der Fall Barbara Borchardt zeigt, dass die Linke das Grundgesetz nur dann im Munde führt, wenn es ihr nützlich erscheint

Eine Linksextremistin als Verfassungsrichterin – Parteibüro der Linkspartei in Berlin-Lichtenberg

In Mecklenburg-Vorpommern wurde mit Barbara Borchardt eine bekennende Linksextremistin zur Verfassungsrichterin gewählt. Auch die CDU hat im Landtag für sie gestimmt. Der Fall macht bundesweit Schlagzeilen. Wer ist die Frau, die in Zukunft im Norden Deutschlands über die Verfassung wachen soll? Eine Spurensuche für die Neue Züricher Zeitung.

29.05.2020. Es ist noch nicht lange her, da war der Name Barbara Borchardt den meisten Menschen in Deutschland völlig unbekannt. Das hat sich schlagartig geändert, seitdem die ehemalige Linken-Abgeordnete am 15. Mai vom Landtag in Mecklenburg-Vorpommern von allen Fraktionen mit Ausnahme der AfD zur Richterin am Landesverfassungsgericht gewählt wurde. Von diesem Tag an fanden sich ihr Name und oft auch ein wenig vorteilhaftes Bild der 64-Jährigen fast täglich in den deutschen Medien. Denn Borchardt gehört zu den Mitbegründern einer Organisation, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich eingestuft wird. Weiterlesen


In der DDR wurde nicht lange gefackelt

Das Foto des Fotografen Abraham Pisarek zeigt die Impfung eines Kindes 1945 in der SBZ.
Pandemie und Diktatur – Impfung in der sowjetischen Besatzungszone (Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0)

Sind Diktaturen den westlichen Demokratien im Kampf gegen SARS-CoV-19 überlegen? Die Geschichte Deutschlands zeigt Vor- und Nachteile der medizinischen Versorgung in beiden deutschen Staaten. Systembedingt fehlte der DDR vor allem eines. Eine Analyse der Epidemiebekämpfung im geteilten Deutschland in der Tageszeitung Die Welt.

20.04.2020. Wer in diesen Tagen auf die USA schaut, kommt vielleicht ins Grübeln, ob das westliche politische System tatsächlich den diktatorischen Regimen dieser Welt überlegen ist. Über 20.000 Tote markieren den vorläufigen Höhepunkt der Sars-CoV-2-Pandemie auf dem Territorium der Weltmacht Nr. 1. Demgegenüber wurde das Virus in China nach Angaben der dortigen Behörden bereits Ende März besiegt. Weiterlesen


Der Häftlingsarzt der Stasi – die unglaubliche Geschichte des Dr. Wolfgang Dorr

Unfähig, labil und skrupellos – der Leiter des Stasi-Haftkrankenhauses in Berlin-Hohenschönhausen

Jahrelang war im Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen ein unfähiger Mann für die Behandlung schwerkranker Gefangener zuständig. Mielkes Schützling hatte uneingeschränkte Macht über die Insassen, bis der Häftlingsarzt 1962 endlich suspendiert wurde. Eine wahre Geschichte aus der DDR, erzählt in der Neuen Züricher Zeitung.

Der Minister für Staatssicherheit muss ein Faible für den Mann mit dem welligen Haar und dem leichten Doppelkinn gehabt haben. Anders ist es jedenfalls kaum zu erklären, dass Erich Mielke ausgerechnet Wolfgang Dorr zum Leiter seines Haftkrankenhauses machte – ein «Scharlatan», dem Ärzte der Berliner Charité später «fundierte ärztliche Kenntnisse und Fähigkeiten» absprachen. Bis Mielke ihn endlich von seinen Aufgaben entband, waren Hunderte politische Häftlinge dem Stasi-Major im weissen Kittel hilflos ausgeliefert. Weiterlesen


Familienpolitik der DDR: Von wegen gleichberechtigt

Gruppenbild mit einer Dame ohne Stimmrecht – SED-Politbüro 1968 (Bundesarchiv, Bild 183-G0726-0206-001 / Junge, Peter Heinz / CC-BY-SA 3.0)

In linksliberalen Kreisen wird die Familienpolitik der DDR für fortschrittlich gehalten. In Wirklichkeit brachte diese viel Leid mit sich – vor allem für Frauen und Kinder. Eine Bilanz in der Tagespost.

20.02.2020. Der Text könnte aus dem Parteiprogramm der AfD stammen: „Die Familie ist die kleinste Zelle der Gesellschaft. Sie beruht auf der für das Leben geschlossenen Ehe und auf den besonders engen Bindungen, die sich aus den Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau und den Beziehungen gegenseitiger Liebe, Achtung und gegenseitigen Vertrauens zwischen allen Familienmitgliedern ergeben.“ Weiterlesen


Protokoll einer Selbstzerstörung

„Zeitenwende“ – Erste Sonderausgabe der Berliner Zeitung unter ihrem neuen Besitzer Holger Friedrich 2019

Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kapital im Journalismus. Wer sie zerstört, findet kein Gehör mehr. Der Berliner Verlag zeigt, wie man sich ungewollt selbst demontieren kann. Eine Analyse in der Berliner Morgenpost.

09.02.2020. Für Heike S. muss Holger Friedrich etwas Exotisches gehabt haben – ein junger Mann, der DDR-Musik hörte, linientreue Schriftsteller las und unbedingt der SED beitreten wollte. Die 17-Jährige, die wie viele ihres Alters vom real existierenden Sozialismus nichts mehr wissen wollte, fand eine Weile Gefallen an ihm. Umso größer war ihr Entsetzen, als sie erfuhr, dass Friedrich sie nach dem Ende ihrer Liaison denunziert und behauptet hatte, sie wolle die DDR illegal verlassen – was nach ihren Angaben nicht stimmte und ihr unter dem SED-Regime viel Ärger einbrachte. Weiterlesen


Die Akte „Bernstein“: Was Zeitungsverleger Holger Friedrich der Stasi wirklich berichtete

Nur „Testpersonen“ bespitzelt? – Aktendeckel des IM-Vorgangs von Verleger Holger Friedrich

Holger Friedrich, der neue Verleger der „Berliner Zeitung“, behauptet, niemals „aktiv“ für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Seine 125 Seiten dicke IM-Akte legt einen anderen Schluss nahe. Stasi-Experte Hubertus Knabe analysiert exklusiv für FOCUS Online den Vorgang „Peter Bernstein“ – und zieht ein eindeutiges Fazit.

05.02.2020. So sieht Panik aus! Nachdem bekannt wurde, dass der neue Besitzer des Berliner Verlages, Holger Friedrich, Informant des Staatssicherheitsdienstes war, liegen dort die Nerven blank. Innerhalb von vier Tagen veröffentlichte die Berliner Zeitung fünf Texte „In eigener Sache“. Ein Team aus fünf Reportern bekam den Auftrag, die Stasi-Akte des Verlegers auszuwerten. Zusätzlich wurden die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, und ein Historiker als Unterstützer angeheuert. Kolumnist und Ex-68er Götz Aly verkündete schon einmal: „Ich lehne es ab, vorschnell ‚Stasispitzel‘ zu schreien.“ Weiterlesen


Vor 30 Jahren wurde die Stasi-Zentrale gestürmt

„Stasi in die Produktion“ – Demonstration vor der Zentrale des Staatssicherheitsdienstes in Berlin am 15. Januar 1990 (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0115-026 / CC-BY-SA 3.0)

Bürger sorgten vor genau 30 Jahren für den Untergang der Stasi. In Deutschland werden sie nur selten gewürdigt. Eine Erinnerung in der Berliner Morgenpost.

15.01.2020. Es war eine denkwürdige Begegnung, als Wolfgang Templin an diesem nasskalten Januarabend das Haus 1 der Ost-Berliner Stasi-Zentrale betrat. Der Dienstsitz des zurückgetretenen Stasi-Ministers Erich Mielke war nur notdürftig beleuchtet, und nirgendwo waren Wachposten zu sehen. Irgendwann stieß der Bürgerrechtler auf einen freundlichen Herrn in Zivil. „Es ist ja nett, dass Sie kommen“, sagte dieser zu ihm, er kenne ihn und freue sich, ihn auf diese Weise persönlich zu treffen. Weiterlesen


Meister der Taktik – ein Nachruf auf Manfred Stolpe

Mann mit Vergangenheit – Der SPD-Politiker Manfred Stolpe auf dem Bundesparteitag der SPD im Dezember 2015 (Foto: Olaf Kosinsky/Skillshare.eu)

Am 29. Dezember verstarb der langjährige Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe. Seine Stasi-Verbindungen als Kirchenjurist in der DDR beschäftigten jahrelang die Medien. Ein Nachruf in der Wochenzeitung Die Tagespost.

03.01.2020. Als ich Manfred Stolpe 1988 kennenlernte, war ich gerade Studienleiter der Evangelischen Akademie in West-Berlin geworden. Bei meinem Antrittsbesuch in Ost-Berlin fragte ich den damaligen Konsistorialpräsidenten, wie ich DDR-Oppositionellen einen Auftritt in West-Berlin ermöglichen könnte. Mit verschmitztem Lächeln schlug er mir vor, eine Tagung zum Thema „Kirche im Sozialismus“ zu machen. „Dagegen kann niemand etwas haben und Sie können unauffällig auch ein paar Kritiker einladen.“ Weiterlesen